7. Ostseeman - 3. August 2008 - TM35

Nachdem ich beim Ironman France mit meinem Resultat bzw vor allem dem Marathon nicht so zufrieden war wollte ich ein gutes Resultat in Glücksburg. Das ich dieses Saison schnell sein kann zeigte ich in Niederbronn und Zug.

Doch es begann alles nicht so gut: In der Vorbereitung musste ich wegen einer Erkältung das Training etwas reduzieren. Als in unterwegs das erst mal trainieren wollte merkte ich, dass der Pulsgurt zu Hause war. Ich habe noch nie einen IM/LD ohne Pulswerte gemacht und brauche die ab und zu auf dem Rad zur Orientierung. Dafür fühlte ich mich in den Trainings gut.
Doch in der Nacht auf Dienstag bekam ich Halsweh. Am Dienstag morgen ging ein kurzer Lauf noch gut. Aber dann bekam ein starke Erkältung Überhand: die Nase war total verstopft, ich bekam einen störrenden Husten und fühlte mich ziemlich schlapp. Ich verzichte darum am Mittwoch aufs Training und stellte mich auf einen harten Tag am Ostseeman ein. Am Donnerstag fühlte ich mich besser und ich machte ein stündiges Koppeltraining auf Romo das gut ging. Beim Training bemerkte ich aber, dass die Verbindung des linken Aerobar, d.h. der Verlängerung zum Teil mit der Halterung sich gelöst hatte. So konnte sich diese aus der Halterung ziehen und sie war sehr lose. Wenigstens war es die Linke wo ich nur selten auf das kleine Kettenblatt schalten musste. Ich kaufte dann einen Leim und hoffte die Klebung würde den Wettkampf überstehen.
Doch ich hatte mich wegen der Erkältung zu früh gefreut: am Freitag fühlte ich mich wieder total schlapp und der Husten und 'Pfnüsel' war nicht besser. Zudem begann es etwas zu regnen als wir über die deutsche Grenze fuhren.

In Glücksburg konnten wir noch im halbwegs Trockenen das Zelt auf dem Camping Schwennau über den ich am Ostseeman 10x laufen würde aufstellen. Dann regenete es den ganzen Abend und die Aussichten waren nicht gerade toll.
Am Samstag war das Wetter besser als angekündigt und ich konnte die abschliessende Koppeleinheit bei Trockenheit aber viel Wind machen. Ich fühlte mich nun auch wieder viel besser, das Training ging gut und auch die geleimte Aerobar hielt. Am Nachmittag checkte ich das Velo ein und nachher schauten wir den Ort und die Glücksburg an. Vor der Pasta-Party wollte ich noch kurz schwimmen gehen. Die normalen weissen Quallen störten mich nicht. Doch als ich nach 15m die ersten roten Feuerquallen sah kehrte ich um. Ich würde morgen noch genug Quallen sehen.

Für Sonntag war ähnliches Wetter wie am Samstag (wechselnd bewölkt, (fast) kein Regen) angesagt. Doch in der Nacht regenete es fast ununterbrochen und teils ziemlich heftig was man in Zelt besonders gut hört :( Ich konnte deswegen ab 3:30 als die ersten Athleten aufstanden nicht mehr schlafen. Eigentlich hätte ich bis 5:20 schlafen wollen. Um 5:45 hörte der Regen auf und ich lief die 800m dem Meer entlang in die Wechselzone. Dort stellte ich alles bereit und lies mich markieren.

Um 6:30 hatte der starke Wind schon viele Wolken weg geblasen und im Westen sah es ganz klar aus. Ich schwamm dann etwas ein und bemerkte, dass es etwas weiter draussen sehr viel Quallen hatte :( Zudem war das Wasser ziemlich unruhig.

Ich stellte mich ganz vorne aber eher in der linken Hälfte ein um bei der 90Grad Rechts-Kurve um den Steg auf der ruhigeren Aussenbahn zu sein. Dies klappte auch und ich fühlte mich gut. Ich spürte etwas die Wellen und sah viele weisse Quallen. Leider war ich dann bei den nächsten Bojen auf der Innenseite. Aber es gab fast keine 'Kämpfe'. Nach ca 400m kam die erste 300Grad Wende (siehe Schwimmstrecke). Nun schwammen wir driekt in den Wind bzw die Wellen. So etwas ein mühsames Schwimmen habe ich noch nie erlebt. Zum Glück hat die Ostsee ein tiefen Salzgehalt so dass das Wasser schlucken weniger schlimm als in anderen Meeren ist. Zudem traf mich kurz nach der Wende eine Feuerqualle im Gesicht. Nun brannte es von der Stirn über die Nase zur Oberlippe.
Wegen den Wellen war die kleine orange 'Wende-Boje an der 'Spitze des Schwimmdreiecks' teilweise nicht zu sehen und viele schwammen Umwege. Scheinbar hatte es auch noch Strömungen. Auch nach der Wende waren die Wellen gleich schlimm. Erst nach der nächsten 300Grad Wende kamen sie wieder von hinten als wir parallel zum Strand schwammen. Da ging es gut doch ich hate schon 'Angst' vor dem Rückweg gegen die Wellen in der zweiten Schwimmrunde.
Dieser war wiederum ziemlich mühsam. Doch diesmal klappte es wenigstens mit der Orientierung besser und ich hatte auch keinen Kontakt mehr mit Feuerquallen. Dafür spürte ich am Hals den Neo und wusste dass dieser offen sein würde. So schlimm hatte ich es noch nie obwohl ich mich gut 'einegesalbt' hatte. Ich war dann froh als ich endlich aus dem Wasser. Mit 1:04:55 war ich viel lamgsamer (5min) als ich mir im Voraus erhofft hatte. Ich wollte mit Sub-1 eine gute Basis legen für ein schnelle Gesamtzeit.

Da es nun fast wolkenlos war verzichte ich auf das bereit gelegt Kurzarm-Radshirt und ging ich nur im Tri-Top aufs Velo. Da fühlte ich mich sofort gut und wurde nur ab und zu von Staffelfahrern überholt. Die erste 30km-Schleife wollte ich nutzten umd die Strecke kennen zu lernen. Nach 10km merkte ich dann, dass die Aerobar wieder gebrochen war. Da ich nun aber eine Trinkflasche zwischen den beiden Verlängerungen hatte war das Ganze aber etwas stabiler. Ich fuhr aber viel mit beiden Händen am rechten Auflieger und ging auch eher aus der Aeroposition als sonst.
Ich hatte etwas Magenprobleme die sich dann aber in 'Luft' (oder Gas) auflösten ;) Nach knapp 50Minuten hatte ich die erste Runde absolviert. An einem Hügel im Zentrum von Glücksburg hatte es eine Speaker und viele Zuschauer.
Die zweite und dritte Runden liefen ähnlich ich fuhr nun jeweils ziemlich genau 50 Minuten und war weiterhin auf Sub-5 Kurs. Bei diesem Wind und dem eckigen Kurs war ich sehr zufrieden. Ich wusste aber auch, dass es schwer durchzuziehen war. Der stürmische Wind wurde auch eher noch stärker. Unterdessen war die Strasse überall abgetrockent und die teilweise engen Kurven besser zu fahren. Und auch die Quallen-'Verbrennung' spürte ich nur noch schwach. Irgend wann überholt mich dann der spätere Sieger Joseph Spindler.
Seit der dritten Runde fuhr ich mit der Nr 13. Mal war er etwas voraus und später wieder ich. Ich sah nur zwei mal einen Kampfrichter auf der anderen Strassenseite. Es wurde aber sehr fair gefahren.
Auf der vierten Runde fühlte ich mich immer noch super und konnte das auch auf der 5. fast durch ziehen (wenig über 50Min). Dort hängte ich dann auch irgend wann die Nr 13 ab und holte Staffelfahrer und einen Single-Athlet ein. Auf der letzten Runde musste ich etwas kämpfen. Doch ich verlor nicht viel und war nach 5:02 (noch zusätzlicher Weg in Wechselzone) in T2. Wie schon in Australien verpasste ich die 5 Stunden knapp.

Nach einem schnellen Wechsel war ich als erster der Gruppe (2 Staffel, 3 Single) auf dem Lauf. Ich fühlte mich zum Glück besser als in Nizza oder Lanzarote. Ich hörte bald danach, dass Joe Kelly als Staffelläufer knapp hinter mir auf seiner zweiten Runde war. Nach einem knappen Kilometer dem Meer entlang lief ich zum ersten mal über den Zeltplatz und sah Corinne und die Buben. Simon und Joel rannten mir dann etwas nach. Nun ging es noch ein Kilometer weiter dem Meer entlang bevor wir umkehrten und nochmals über den Platz liefen. Dort begann der hügeligere Teil des Laufens durch Glücksburg. Unterdessen hatten mich einige Staffelläufer und zwei Einzel-Athleten überholt. Schon während der letzte Radrunde waren dicke Wolken aufgzogen. Nun regente es ein paar Minuten stark und ich hatte fast etwas kühl. Wir liefen durch teilweise einsame Quartiere, den Schlosspark und dem Schlosssee entlang. Knapp 1km westlich vom Ziel ereichten wieder wieder den Uferweg (Kurpromenade) wo es zurück zum Start/Ziel und auch die nächste Runde ging.
Nun lief es mir etwas schlechter und ich musste auf der zweiten 8.4km Runde beissen. Das war etwas früh denn ich hatte gehofft endlich Sub-3:30 zu laufen. Ich begann an meinem diesjährigen Lauftraining zu zweifeln (hatte schon in Murten, Zürich und vor allem in Nizza Mühe). Leider kam auch noch Joe Kelly mit einem Begleit-/Filmmotorrad von hinten und ich lief einige Zeit in dessen Abgas.
Auf der dritten Runde fühlte ich mich dann wieder besser und ich konnte etwas zulegen. Ich freute mich immer auf den Zeltplatz wo die Buben teilweise ziemlich weit mit liefen. Nachdem ich auf der 1. und 2. Runde Salziges gegessen hatte (Brezeli,Cracker) nahm ich nun pro Runde einen Gel. Zu den Gels gab es Wasser, sonst Cola und Iso.
Nun begann ich bei den seltenen Kilometermarkierungen (immer korrekt gesetzt?) zu rechnen ob es für <3:30 reichen würde. Da es möglich war gab mir das Motivation auf der vierten Runde und ich begann öfters zu überholen. U.a. konnte ich auch wieder an Joe Kelly vorbei ziehen. Irgendwann rechnte ich dann, dass auch <9:40 möglich war was noch mehr motivierte. So 'flog' ich fast auf der letzten Runde. Gegen Schluss sah ich dann, dass ich sogar in den Bereich meiner PB (9:37:00) kommen könnte und konnte das Tempo bis am Schluss voll durchziehen. Gut 1km vor dem Ziel überholte ich auch noch die Nummer 8.

Zu Beginn des Zieleinlaufes stand Corinne mit den Buben. Diese liefen mit mir ins Ziel. Dort sah ich dann, dass ich meinen PB mit 9:37:25 nur um 25s verpasst hatte. Schon in Australien hatten mir 16s gefehlt.

Mit diesen Resultate bin ich aber sehr zufrieden. Nach der starken Erkältung hätte ich nie mit einer solchen Zeit gerechnet. Und wenn ich wegen dem Wind bzw den Wellen nicht 5 Minuten langsamer geschwommen wäre hätte es eine deutliche Bestzeit gegeben. Und wenn es auf der Radstrecke noch windstill gewesen wäre ....
Auch mit der Rangierung bin ich sehr zufrieden: ich wurde 21. Overall und 4. der TM35. Nach 11 Ironmans in der M30 war dies mein erster in der M35.
Am Meisten freute mich aber die tolle Marathonzeit. Mit 3:26:12 verbesserte ich meine bisherige PB aus Frankfurt um knapp 5 Minuten. Mir kam die nicht ganz flache Laufstrecke und die nicht zu heissen Temperaturen entgegen. Nun weiss ich auch, dass ich deutlich unter 3:30 laufen kann. Zusammen mit einem Sub-1 schwimmen und Sub-5 Velo muss nächstes Jahr in Klagenfurt Sub-9:30 möglich sein.

Mit dem Insel-Ligerz-Schwimmen stand gestern Nachmittag ein 'Fun-Wettkampf' an. Die Bedingungen waren viel besser als beim Schwimmen in der Ostsee: der See war angenehm warm (ausser bei Warten auf den Start) und es hatte fast keine störrenden Wellen und 'Tiere'. Ich konnte ein gutes Tempo durchziehen und war über drei Minuten schneller als beim letzten Start im 2004: Ich brauchte 30:26 und wurde 10. bei den Herren. Scheinbar wurden auch Leute gewertet die mit Neo geschwommen waren denn der 9. hatte einen an. Dieses Resultat zeigt mir nach den mässigen Schimmleistungen in Murten, Nizza und Glücksburg dass ich schon schnell schwimmen kann wenn die Bedingungen (und Gesundheit) stimmt.
Nun starte ich am 24. August am Uster-Triathlon und am 30. in Lausanne an der Tri-SM. Ich hoffe auf zwei tolle ODs und ein gutes Teamergebniss an der SM in Lausanne.
Am 6.9. mache ich endlich mal den Jungfrau Marathon und eine Woche später schliesse ich die Saison in Mergozzo mit einer MD leider schon ab. Ich bin im Moment sehr motiviert und würde gerne noch eine weiter LD machen. Leider passt das nicht in unsere Familiepläne.

Die offiziellen Fotos vom Ostseeman hat es hier (marathon-photos.com) und unser Fotos sind nun auch online. Und die offiziellen Pläne (Wettkampstrecken etc) gibt es hier.



Pos Gesamt Name Vorname    Jg.   Verein           Nat        StNr    Schwi. Pos    Rad    Pos    Lauf    Pos
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21. 09:37:25 Weilenmann Felix 1973 TriSeeland.ch SUI    420    1:04:55  4.     5:06:17  4.     3:26:12 4.

Vollständige Ranglisten unter http://www.stgk.info/Ergebnisse.asp?Code=10&Aktuell=1 :

Gesamtwertung Ostseeman 21. von 411: http://www.stgk.info/Ergebnisse/2008/10/OM-gesamt.pdf

Alterklasse TM35: 4. von 78: http://www.stgk.info/Ergebnisse/2008/10/OM-ak.pdf


fw, 11. August 2008

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